Josef Weinheber

Verkatert

Josef Weinheber (* 9.3.1892 in Wien-Ottakring; † 8.4.1945 in Kirchstetten, Niederösterreich) war ein österreichischer Lyriker und Erzähler. Nach einer schweren Kindheit im Waisenhaus und bei Zieheltern arbeitete Weinheber zuerst als Kutscher, Molkereiarbeiter und bei der Post. Erste Veröffentlichungen 1913. Seinen Durchbruch hatte er mit dem Gedichtband „Wien wörtlich“. Beim Herannahen der roten Armee beging er 1945 Selbstmord.

Josef Weinheber war dem einen oder anderen Gläschen nicht abgeneigt. Und ab und zu schlug er richtig über die Stränge und war zünftig angeheitert. Leider war Weinheber dann nicht immer im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte und machte so mancher jungen Dame einen Heiratsantrag. So weit, so seltsam… Unangenehm wurden die Dinge erst, als einige der Damen den Antrag auch annahmen und dann den Weg nach Kirchstetten, den Heimatort Weinhebers antraten, um ihren Fang zu ehelichen.
Und so beichtete Weiheber einmal einem Freund:
„Wenn i aus mein Wohnzimmerfenster rausschau, seh i sie schon vom Bahnhof anrück’n. Aber sobald so a narrisches Frauenzimmer daher kummt, bin i glei‘ drauss’n aus’n Haus!“
Der Freund wendet ein:
„Aber dann erfährt doch Deine Frau von der Sache!?“
Und Weinheber meint seufzend:
„Ja leider, das is der Nachteil.“

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