Alles Gute, liebes Österreich!

Gedanken zum Nationalfeiertag

Vor 65 Jahren endete die mit den Alliierten vertraglich festgelegte Frist, in welcher der letzte Besatzungssoldat Österreich zu verlassen hatte. Und am 26. Oktober trat das Verfassungsgesetz zur immerwährenden Neutralität Österreichs in Kraft. Die Präambel zum Gesetz zum heutigen Feiertag lautet:

„Eingedenk der Tatsache, daß Österreich am 26. Oktober 1955 mit dem Bundesverfassungsgesetz BGBl. Nr. 211/1955 über die Neutralität Österreichs seinen Willen erklärt hat, für alle Zukunft und unter allen Umständen seine Unabhängigkeit zu wahren und sie mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verteidigen, und in eben demselben Bundesverfassungsgesetz seine immerwährende Neutralität festgelegt hat, und in der Einsicht des damit bekundeten Willens, als dauernd neutraler Staat einen wertvollen Beitrag zum Frieden in der Welt leisten zu können, hat der Nationalrat beschlossen.“

Es sind wunderbare und bewegende Gedanken, die hier zum Ausdruck gebracht und in einer Verfassung verfestigt wurden. Es ist das klare Signal, daß Österreich aus dem begangenen und erlittenen Unrecht gelernt hat, daß es gereift ist. Österreich war erwachsen geworden. Das Wissen, daß unser Land mit seinen Bürgern am besten gedeiht, wenn es unabhängig, souverän und selbstbestimmt ist, prägte diese Geburt der zweiten Republik, die ohnehin ein sehr langer Akt der Selbstfindung war. Österreich war und ist nie zu klein, um zu überleben. Immer wieder gab und gibt es Stimmen, die meinen, unser Land könne nur in einem größeren Verband integriert überleben. Der gleiche Gedanke stürzte schon die erste Republik ins Unglück, als man davon überzeugt war, daß der Rest eines großen Reichs nicht leben kann. Die Österreicher haben gezeigt, daß sie weder die Einbindung in eine riesige Monarchie, noch die Eingliederung in ein diktatorisches Reich, keine Mitgliedschaft in einem kommunistischen Ostblock und auch keine Partizipation in anderen von Zwang geprägten Organisationen brauchen.
Leider fehlt vielen Mitbürgern heute wieder dieses Wissen, diese Erkenntnis. Die Angst, zu klein zu sein, ist unbegründet. Österreich mag vielleicht nicht groß sein, hat aber so oft schon bewiesen, daß es großartig ist.



Bei aktuellen Umfragen zeigte sich, daß wir Österreicher stolz auf unser Land sind. Das ist sehr schön. Allerdings hakte man nach und die Menschen waren stolz auf die Landschaft und das Essen. Das macht dann doch wieder ein wenig Sorgen. – Egal, wie gut ein Schnitzel schmeckt und majestätisch der Anblick eines Berges auch sein mag.

Österreich war einmal eine Hochburg der Wissenschaft und Innovation. Unzählige Nobelpreisträger kamen aus unserem Land. Österreich ist nach wie vor ein wunderbarer Schauplatz für Kunst und Kultur!
Das sind Bereiche, die wir uns ins Gedächtnis rufen sollten! Das sind Bereiche, die wir auch wieder fördern sollten.
Heute ist sicher nicht der Tag für billige Polemik und tagespolitisch motivierte Regierungskritik, aber dennoch sollte man darauf hinweisen, daß unser Bildungssystem im Argen liegt und auch die Vielzahl an motivierten Lehrern nicht gegen eine falsche Bildungs- und Gesellschaftspolitik ankommt. Der einzelne Volksschullehrer, die einzelne Universitätsprofessorin sind machtlos, kämpfen einen ausweglosen Kampf.
Die freie Lehre und Forschung, die ehemals hohen Qualitätsansprüche unseres Bildungssystems liegen am Boden. Wir haben Pflichtschulabgänger, die kaum lesen können und Maturanten, die unfähig sind, Prozentrechnungen auszuführen.
Hier und heute nur ein Bereich, der „einer gewissen Nachbesserung“ bedarf.



Österreich hat seit Ende des zweiten Weltkriegs bewiesen, daß es zu Höchstleistungen in allen möglichen Bereichen fähig ist, wenn es selbstbewußt und selbstbestimmt denkt und handelt.
Darum, geschätzte Leserinnen und Leser, laßt uns alle ein wenig mehr österreichisch denken, laßt uns aus unserer Geschichte lernen, laßt uns das Versprechen und die klare Linie, die 1955 vorgegeben war, erfüllen. Zu unser aller Wohl!




Wir wünschen einen schönen Nationalfeiertag!
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