Die Wurzeln des Hasses

Geschichte des Nahost-Konflikts

Am 16. Mai 1916 unterzeichneten der britische Diplomat Sir Mark Sykes und sein französischer Kollege Francois Georges Picot im Geheimen das Sykes-Picot-Abkommen, mit dem sie die arabischen Provinzen des Osmanischen Reiches für die Zeit nach dem Ende des ersten Weltkriegs in Einflusssphären aufteilten.
Dieser Vertrag, nach seinen Verhandlern Sykes-Picot-Abkommen genannt, ist einer der bedeutendsten Bausteine für einen nachhaltigen und dauerhaften Konflikt in der geschichtsträchtigen Krisenregion.



Bis zum ersten Weltkrieg gehörten weite Teile Arabiens und der Levante zum Osmanischen Reich und wurden von dort mals schlecht mal recht verwaltet. Der berühmte „Lawrence von Arabien“ war im ersten Weltkrieg eingeschleust worden, um einen arabischen Aufstand gegen die osmanischen Herrscher zu organisieren. Dafür wurde den arabischen Fürsten und Stammesältesten die Freiheit, ein eigener Staat versprochen. All dies zu einem Zeitpunkt, an dem man sich bereits dazu entschlossen hatte, den nahen Osten zwischen Frankreich und Großbritannien aufzuteilen. Nicht zuletzt der Fund von Öl im heutigen Irak war schon damals ausschlaggebend, dieses Land keinesfalls wieder herzugeben. Man enteignete die deutsche Ölförderfirma und teilte sich das Land.

In der Zwischenkriegszeit kam es zur verstärkten Einwanderung jüdischer Siedler aus Europa. Den Auswanderern aus Polen und der Sowjetunion folgten ab 1933 Juden aus dem von Hitler regierten Deutschland. Die Kibbutz-Bewegung schaffte im britisch besetzten Palästina Tatsachen. Von arabischen Grundbesitzern wurde meist ödes trockenes Land gekauft und durch Brunnenbohrungen und moderne Bewässerungsmethoden zu ertragreichen Plantagen umgewandelt. Die Araber fühlten sich von den immer mehr werdenden Juden bedroht und im August 1929 kam es zu einem Massaker an den jüdischen Einwohnern von Hebron. Dies geschah, obwohl diese Juden bereits seit Generationen dort lebten.
Die arabische Aggression gegen die europäischen jüdischen Einwanderer verschärfte sich zusehends, während es genau die arabischen Landbesitzer waren, die den Einwanderern scheinbar wertloses Land verkauften, sich aber dann übervorteilt fühlten, wenn die neuen Siedler auf den bisher trockenen Böden florierende Landwirtschaftsbetriebe errichteten.
Mit Beginn des zweiten Weltkriegs steigerten sich auch die Einwandererzahlen der aus den besetzten oder gerade noch nicht von den deutschen Truppen besetzten Ländern geflüchteten Juden. Der arabische Großmufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Husseini suchte in der Zwischenzeit Kontakt zu Hitler und anderen Grössen des dritten Reichs mit dem Ziel, die Juden in Palästina auszulöschen. Zu diesem Zeitpunkt war das dritte Reich jedoch weit entfernt von der blossen Möglichkeit der Umsetzung dieser Wunschverbrechen. Stattdessen richtete der Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, sogar eine eigene muslimische Einheit der Waffen-SS ein, die vom Großmufti voller Stolz wiederholt besucht wurde.
In den Wirren nach dem Krieg konnte Großbritannien die Ruhe in Palästina und den angrenzenden Ländern nicht wieder herstellen. Die unzähligen heimatlos gewordenen Juden Europas, die vielen gejagten und wenigen Überlebenden der Shoah drängten nach Palästina in der Hoffnung hier am Geburtsort der Juden einen sicheren Platz zum Leben und Überleben zu finden. Trotz der andauernden Konflikte mit den benachbarten Arabern konnten sich starke jüdische Gemeinschaften etablieren und setzten ihren Wunsch nach Gründung eines eigenen Staats bei der UNO durch. Über 2/3 der damaligen UN-Vollversammlung stimmten für die Entstehung dieses neuen jüdischen Staates mit der entsprechenden Gebietszuteilung.



Der 14. Mai 1948, der Tag der Staatsgründung Israels war auch der Tag, an dem sämtliche umliegenden arabischen Staaten das neue Land und seine Bürger mit aller militärischer Gewalt angriffen. Das erklärte Ziel war die Auslöschung des Staates Israel und seiner Bürger. Mit dem Mut der Verzweiflung und dank der arabischen Siegessicherheit konnte der junge Staat seine Angreifer abwehren und überleben.



Eine nicht unbeträchtliche Anzahl an Kriegen tobte seitdem in der Region bei den Versuchen der arabischen Nachbarn einzeln oder gemeinsam mit Verbündeten Israel niederzuringen und die Israelis „ins Meer zu werfen“. Die Aggressoren holten sich bei der einzigen Demokratie im Nahen Osten regelmässig schmerzhafte Niederlagen. Die einzigen derzeit offenen Angreifer sind Terrororganisationen wie Hisbollah, Hamas aber auch vereinzelte Gruppen von Al Kaida und DAESH (IS). Vor allem mit billigst hergestellten Boden-Bodenraketen wird Israel aus den Hamas-kontrollierten Gebieten angegriffen. Zusätzlich morden diese Organisationen im Rahmen des „Messer-Djihad“: Einzelne Männer und Frauen, die bspw. in Verkehrsmittel Stichwaffen ziehen und so lange auf mitfahrende Passagiere einstechen, bis sie von Sicherheitskräften gestoppt werden.



Diese kleine Geschichte ist nur ein sehr kurzer Abriß einer langen und komplizierten Geschichte, die hoffentlich einmal ein gutes Ende, nämlich Frieden erfährt.

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