Wenn die Donau in Flammen steht

Lichtdurchflutete Weinrieden, paradiesische Obstgärten, geheimnisvolle Auwälder, imposante Stifte und Burgen, kulinarische Höhenflüge und edelste Weine – eine Reise entlang der Donau belebt die Sinne.

WIR STELLEN IHNEN HEUTE nur ein paar der vielen touristischen Highlights rund um die Donau vor und verraten Ihnen, was Sie in dieser Region an her- vorragenden kulinarischen Köstlichkeiten erwartet.

Mit dem Rad entlang der Donau
Der Donauradweg ist einer der bekanntesten und beliebtesten Radwege Europas. Besonders die niederösterreichische Donauregion mit dem Durchfluss durch die Weltkulturerbe-Landschaft Wachau ist etwas ganz Besonderes. Auch die Aulandschaft der Region Wagram und ganz im Osten kurz vor der Grenze schließlich die üppigen Wälder des Nationalparks Donau-Auen sind ein Radlerparadies. Ein eindrucksvolles Erlebnis ist der 260 Kilometer lange Donauradweg in Niederösterreich in jedem Fall. Führt doch der Weg – aufgeteilt auf insgesamt elf Etappen nördlich und südlich der Donau in Niederösterreich – die meiste Zeit entlang von idyllischen Treppelwegen mit fast ständigem Blick auf das silbrig-blaue Band des mächtigen Donaustroms. Es lohnt sich mehr Zeit einzuplanen, um interessante Sehenswürdigkeiten an der Strecke zu entdecken und nach der sportlichen Betätigung das hervorragende kulinarische Angebot und die exzellenten Weine der Region zu genießen. Denn obwohl der Donauradweg zu den bekannten Klassikern unter den Radwegen gehört, geht es an den Ufern des mächtigen Stromes gemächlich zu.



Sonnenwende und Feuerzauber
Die traditionellen Sonnwendfeiern in der Wachau und der Feuerzauber im Nibelungengau haben sich zu Veranstaltungen mit internationaler Strahlkraft entwickelt. Vor mehr als 400 Jahren wurde das Abbrennen von Sonnwendfeuern in der Donauregion Niederösterreichs erstmals urkundlich registriert. Der Brauch wurde in der Wachau wie kaum anderswo gepflegt und erhalten. Die Sonnwendfeiern in der Wachau haben sich bis Mitte des 20. Jahrhunderts zunächst als ein Fest für und mit den Einwohnern der vielen Orte entlang der Donau etabliert. Anfang der 1960er-Jahre sammelten die sogenannten Ratscherbuben Rebholz für die Sonnwendfeuer. Bei Einbruch der Dunkelheit wanderte die Bevölkerung dann an die Donauufer, das Feuer wurde entzündet und die Ratscherbuben schwangen brennende Reisigbesen. Das große Highlight damals war das erste beleuchtete Sonderschiff auf der Donau. Das Angebot der Schifffahrt entwickelte sich in den darauffolgenden Jahrzehnten kontinuierlich weiter: 2018 waren rund 7.000 Personen auf den Schiffen bei der Sonnenwende Wachau unterwegs. Dieses Jahr finden die Sonnwendfeiern in der Wachau am 22. Juni statt. Insgesamt werden jedes Jahr zu den Sonnwendfeiern in der Wachau rund 4.500 Fackeln entzündet und elf Sonnwendfeuer entfacht. Wegen des großen touristischen Erfolgs der Sonnwendfeiern in der Wachau wurde vor 13 Jahren der „Feuerzauber Nibelungengau“ ins Leben gerufen. Hier werden insgesamt acht Sonnwendfeuer während der Feiern angezündet und neun Feuerwerke gezündet. Besondere Höhepunkte sind der Feuervorhang bei der Brücke in Klein-Pöchlarn oder die Feuershow in Persenbeug.



Donau in Flammen
Jedes Jahr im Frühsommer lädt die Donau Oberösterreich in Kooperation mit der Donauschifffahrt Wurm & Noé und dem jeweiligen Veranstaltungsort zu ganz besonderen Abenden ein: die Veranstaltungsreihe „Donau in Flammen“ lockt jährlich tausende Besucher an die Donauufer und auf die Flotte der Donauschifffahrt. Ab dem späten Nachmittag findet ein buntes Uferfest mit Live-Musik, kulinarischen Schmankerln und Unterhaltungsprogramm für Kinder statt. Zwischen 21.30 und 22.00 Uhr werden dann vom Ufer aus bengalische Feuer und Feuerwerke synchron zu Musik gezündet und lassen die Donau in buntem Lichterglanz erstrahlen. Die Feuerwerke präsentieren sich sagenhaft und stehen ganz im Zeichen von Mythen und Sagen rund um die Donau. Die Besucher können das Spektakel vom Ufer aus oder an Bord eines Donauschiffes genießen. Die Schiffe legen in Passau oder Linz um 19 Uhr zur Fahrt ins Donautal ab. Neben einer Livekapelle an Bord sorgt auch ein 3-gängiges Menü auf Vorbestellung oder Abendessen á la carte für einen unvergesslichen Abend.

Sagenhafte Wandererlebnisse
Schon allein die große Vielfalt an unterschiedlichen Landschaften entlang der bayerisch-oberösterreichischen Donau ließe sich ganz kurz mit dem Ausruf „einfach sagenhaft“ charakterisieren. Von der historischen Dreiflüssestadt Passau kommend windet sich der Strom zuerst durch die bewaldeten Höhenrücken des Oberen Donautales. Höhepunkt dieser Wegstrecke ist die Schlögener Schlinge. In Millionen von Jahren hat sich der Fluss am harten Schlögener Gestein den feuchten Zahn regelrecht ausgebissen. Und so musste er einen Umweg mit zweifacher Richtungsänderung nehmen. Ein sagenhaftes Glück für den Wanderer, der dieses Spektakel betrachten darf. Es folgt die fruchtbare Ebene des Eferdinger Beckens, der Gemüsegarten Oberösterreichs. Zwischen dem Mühlviertel und dem massiven Rücken des Kürnberger Waldes bahnt sich die Lebensader Europas ihren Weg in die Landeshauptstadt Linz und weiter in die Auwälder rund um die Einmündungen von Enns und Traun.



Das Machland im Norden des Flusses ist wieder fruchtbares Flachland, bevor die Ufer im Strudengau kurz vor dem Städtchen Grein wieder schroffer werden. Seit Juli 2010 ist diese sagenhafte Vielfalt aus Natur- und Kulturlandschaften durch den 450 Kilometer langen Donausteig verbunden. Dabei ist dieser so aufgebaut, dass er für jeden Typ Wanderer das passende Angebot auf Lager hat: Weitwanderer können den gesamten Donausteig in mehreren Tagesetappen in Angriff nehmen. Die insgesamt 450 Kilometer Donausteig verlaufen sowohl am nördlichen, als auch am südlichen Ufer des Stroms. Speziell für Ausflugswanderer wurden 49 Donausteigrunden konzipiert. Sie zweigen an ausgewählten Einstiegsstellen von der Hauptroute des Donausteiges ab und laden dazu ein, das schöne Hinterland auch abseits des Stromes zu erkunden. Die optimale Einbindung von Bahn, Bus und Schiff ermöglicht es auch, gezielt Teilstücke des Donausteiges in Angriff zu nehmen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln wieder an den Ausgangspunkt zurück zu kehren. Der Donausteig ist ein Erlebnis für die ganze Familie, für gemütliche Genusswanderer, aber auch ambitionierte Etappenwanderer.



Verlockende Küche am Donaustrom
Während anderswo oft ein lebhafter Eventreigen mit Genusserlebnissen einhergeht – sind es in der oberösterreichischen Donauregion gerade Beschaulichkeit und urtypische Behaglichkeit, die einer Genussreise ihre spezielle Würze verleihen. Man hat Muße, die Spezialitäten der Region wie Knödel und Bratl, Bier und Most, aber auch schmackhafte Donaufische, Gemüsekreationen und fruchtige Mehlspeisen zu genießen. Genusswochen und attraktive Urlaubsangebote versprechen kulinarische Entdeckungen. Eines der Wahrzeichen dieser Küche sind die Knödel, die in einer unübertroffenen Vielfalt zubereitet werden – salzig wie süß, klein wie groß, aus Grieß oder Mehl, als Beilage wie als Hauptspeise. Allerorten serviert man bekannte und weniger bekannte Knödelvariationen wie Bärlauch- und Spinat-, Blunzen- und Fisch- aber auch Apfel-Mohn- und Dörrzwetschkenknödel. Darüber hinaus hat jede der oberösterreichischen Donauregionen „ihre“ Knödelspezialität. Im Mühlviertel sind es die mit einer EiRahm-Soße gebackenen Speckknödel, im Innviertel die mit Speck und Grammeln gefüllten „Innviertler“.



Wie die Knödel ist auch das „Bratl in der Rein‘“ in der Küche fest verwurzelt. Schon seit jeher wird Schopf, Karree oder Bauch vom Schwein u.a. mit Kümmel und viel Knoblauch gewürzt, manchmal auch „eingesurt“, und im Backrohr gebraten, bis sich eine herzhafte Kruste gebildet hat. Serviert wird das Bratl üblicherweise mit Krautsalat und jenen Knödelkreationen, mit denen sich der würzige Saft gut auftunken lässt. Neben Knödel und Bratl gehören die Strudel zu den beliebtesten Speisen am Strom. Man füllt sie mit allem, was gerade zur Hand ist – Mangold, Erdäpfeln, Linsen, Lauch, Zucchini, Kraut, Speck, Blunzen, Fisch und vielem mehr. Zu Knödel, Bratl und Strudel wird hier, im Land der Brauereien, vorzugsweise Bier getrunken. Die Verbindung einer Jahrhunderte alten Brautradition mit moderner Technik haben die Produkte der zwei Dutzend oberösterreichischen Brauereien weithin bekannt gemacht. So braut etwa die 1449 erstmals erwähnte Hofstettner Brauerei, die älteste Österreichs, bis heute Köstliches aus Hopfen und Malz. Und das Trapistenbier aus dem Stift Engelszell wird nicht nur direkt an der Klosterpforte verkauft, sondern gilt auch als Exportschlager. Wer kein Biertrinker ist, für den gibt es köstlichen Apfel- oder Birnenmost.



Genuss aus dem Fluss
Nicht nur das Land an der Donau, auch der Strom selbst hält manche Köstlichkeit bereit. Zum Beispiel den „Waller“, wie man den seltenen, bis zu 50 Kilo schweren Wels nennt, dessen weißes, fast grätenloses Fleisch sich hervorragend zum Braten und Grillen eignet. Dass er überhaupt in der Donau zu finden ist, zeugt von deren hervorragender Wasserqualität. Generell zeichnen sich die heimischen Donau-Speisefische wie Zander, Barsch, Hecht, Karpfen und Regenbogenforelle durch ihr festes Fleisch aus, das vom steten Anschwimmen gegen die Strömung herrührt. Serviert werden die bodenständigen Köstlichkeiten in den unzähligen Lokalen, deren Spektrum vom einfachen Wirtshaus über die gutbürgerliche Gaststätte bis zum gehobenen Restaurant reicht.



Bilder:
© Hetitzia/Fotolia.com
© Mühlviertel Tourismus Information

© Linz Tourismus

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